2. Rang nach grossem Fussballtag in Mellingen
Zehn Jungs aus den Klassen R1a und R1b machten sich am Morgen um 8.30 Uhr auf den Weg ins Abenteuer UBS-Schüler-Cup. Die Reise führte per Zug und Bus nach Mellingen, wo die Mannschaft bei wechselhaftem Wetter und frischen 15 Grad in der Kreuzzelg eintraf.
Schon vor dem ersten Anpfiff zeigte sich, dass man nicht ganz perfekt vorbereitet war. Fussbälle zum Einspielen? Fehlanzeige. Einheitliche Trikotfarben? Eher Interpretationssache.
Doch die Stimmung passte, die Vorfreude war gross, und so lief die Truppe aus dem Schachen voller Energie zum ersten Spiel ein. Um 10.15 Uhr stand mit dem Stämpfli-Schulhaus Rohr gleich ein besonderer Auftaktgegner auf dem Plan, ein Kreisschul-Derby. Mehr Prestige geht kaum, und entsprechend viel lag bereits im ersten Spiel in der Luft. Die Aarauer starteten etwas verhalten. Steckte da vielleicht noch das Schulhausfest vom Vorabend in den Beinen? Doch mit zunehmender Spieldauer fand das Team besser zusammen. Die Ordnung auf dem Feld wurde klarer, die Aktionen zielstrebiger, und bald führte das Team des OSA verdient mit 2:0. Zahlreiche weitere Chancen hätten das Spiel früh entscheiden können, doch der Ball wollte nicht mehr ins Netz. Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten, lautet eine alte Fussballerweisheit. Kurz vor Schluss kassierten die Aarauer erst das 2:1 und dann tatsächlich noch das 2:2. Die Enttäuschung nach dem Abpfiff war entsprechend gross. Zum Glück gelang es Trainerin Bäni, die ersten erhitzten Gemüter rasch wieder zu beruhigen.
Im zweiten Spiel zeigte die Mannschaft dann eine starke Reaktion. Gegen die Bezirksschule aus Frick liess das gut organisierte Team aus Aarau nichts anbrennen und gewann klar mit 5:1. Auch im dritten Gruppenspiel gegen Würenlingen traten die Jungs aus dem Schachen entschlossen auf. Der Ärger über den verschenkten Sieg im Auftaktspiel schien nun endgültig in Energie umgewandelt. Mit einem deutlichen 5:0 feierte die Aarauer Truppe den nächsten Erfolg. Das vierte Gruppenspiel gegen die Schlossstädter aus Lenzburg begann zwar etwas harzig. Die Aarauer wirkten zeitweise fast ein wenig überheblich, doch vor dem Tor waren sie eiskalt. Am Ende stand ein klares 8:0 auf der Resultattafel. Auch nach dem Mittagessen blieb das Team auf Kurs. Gegen Mellingen liessen die Aarauer ebenfalls nichts anbrennen. Diskussionslos wurde auch die Partie gegen das Heimteam mit 5:1 gewonnen. Damit war die Qualifikation für die K.o.-Runde geschafft.
Im Viertelfinal warteten die Bezirksschüler aus Oftringen. Doch auch sie fanden kein Rezept gegen die Aarauer Spielfreude. Mit einem souveränen 4:0 zog das Team in den Halbfinal ein. Dort traf man erneut auf Mellingen. Die Platzherren stemmten sich mit viel Einsatz gegen die Niederlage, doch die Hauptstädter blieben abgeklärt und siegten mit 3:0. Der Final war erreicht und das völlig verdient.
Im letzten Spiel des Tages wartete mit der Sekundarschule Oftringen eine physisch und technisch starke Mannschaft. Von Beginn weg setzten die Oftringer die Aarauer unter Druck und machten deutlich, dass sie ihre Zweitvertretung für die Viertelfinalniederlage rächen wollten. Das Team aus dem Schachen kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus und musste viel Defensivarbeit leisten. Trotz einer hervorragenden Abwehr- und Torwartleistung gerieten die OSA-Jungs mit 0:2 in Rückstand.
Doch wer dachte, die Partie sei entschieden, hatte die Rechnung ohne den Kampfgeist der Aarestädter gemacht. Gegen Ende fand ein Konter tatsächlich den Weg ins Tor, nur noch 1:2! Plötzlich lag wieder Spannung in der Luft, plötzlich schnupperten die Hauptstädter noch einmal am grossen Coup. Doch die verbleibende Spielzeit war zu kurz, um das Spiel noch zu drehen.
So gewann die Sekundarschule Oftringen die diesjährige Ausgabe des UBS-Schüler-Cups und qualifizierte sich für die Schweizer Meisterschaften in Basel. Herzliche Gratulation an dieser Stelle an die verdienten Sieger.
Bei den Aarauern war die Enttäuschung über die Finalniederlage zunächst gross. Doch nach einer Glace wich der Frust langsam dem Stolz. Denn am Ende stand ein hervorragender zweiter Platz, ein langer Fussballtag voller Einsatz, Tore und Emotionen und die Erkenntnis, dass auch ohne eigene Fussbälle und einheitliche Trikots sehr viel möglich ist.
